Die Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 haben nach offiziellen Angaben ca. 8.700 Menschen das Leben gekostet, 22.500 wurden verletzt. Die mit Abstand meisten Todesopfer gab es im Distrikt Sindhupalchowk (ca 3.440), nord-östlich von Kathmandu. In Kathmandu selbst wurden ca. 1.220 Tote und 7.900 Verletzte registriert. Die Epizentren lagen nord-westlich bis nord-östlich von Kathmandu. Unzählige Gebäude, Tempel und Infrastruktur wurde beschädigt oder zerstört. Zu weiteren Schäden und Todesopfer führten auch die von Erdbeben ausgelösten Lawinen, Felsstürze und Erdrutsche sowie die darauffolgenden Monsunregenfälle.

Nepal liegt in einer der seismisch aktivsten Regionen der Erde. Mit 40 Millimetern pro Jahr schiebt sich die indische Platte unter die eurasische und hat über die letzten 40 Millionen Jahre den Pamir-Hindukush-Himalaya Gebirgsbogen gehoben. Die dabei entstehenden Spannungen entladen sich regelmäßig über Erdbeben. Das Beben vom 25. April hatte dabei eine Magnitude von 7.8 mit dem Epizentrum im Distrikt Gorkha. Da dieses Beben in relativ geringer Tiefe (10 – 15 km) auftrat, waren die Auswirkungen enorm. Die Bruchfläche hatte dabei eine Ausdehnung von ca. 100 bis 150 Kilometer und hat sich in Richtung Osten bewegt. Das Beben vom 12. Mai hatte eine Magnitude von 7.3 und führte zu weiteren Opfern und enormen Schäden. In Summe kam es zu über 100 Nachbeben.

Für die Auswirkungen eines Bebens ist die Intensität entscheidend, aber auch der Untergrund. Zum Beispiel liegt Kathmandu auf den Sedimenten eines verlandeten Sees, bei einem Erdbeben wirkt dies zusätzlich verstärkend (wie ein Wackelpudding). Dieses Zusammenwirken eines starken bzw. ‚flachen‘ Erdbebens, mit der Verstärkung des Bebens im Raum Kathmandu und der fragilen Bausubstanz führte zum Einsturz vieler Bauten, die zum Weltkulturerbe gehören. Seit Jahren rechnete man mit einem sehr starken Erdbeben, es kam daher nicht überraschend.


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